Agust Sander und die

Kölner Progressiven 1920 - 1933

Ernst Barlach Museum Wedel

15.03.15 - 23.08.15

 

 

„Die Wahrheit zu sehen, müssen wir vertragen können,

vor allem aber sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt

überliefern, sei es günstig oder ungünstig für uns.“ (August Sander)

 

 

 

Erstmals widmet sich eine Ausstellung in Deutschland dem fotografischen Schaffen August Sanders im Kontext und Dialog der mit ihm eng verbundenen Künstlergruppe „Die Kölner Progressiven“. Die große Gemeinsamkeit zwischen August Sander und den „Kölner Progressiven“ bestand darin, Menschen nicht nur in ihrer Individualität und psychologischen Persönlichkeit zu erfassen, sondern sie zugleich als Mitglieder bestimmter Berufsgruppen bzw. sozialer Klassen, Schichten und als Teil der Strukturen ihrer Zeit zu porträtieren. Auf diese Weise ist ein sozialpsychologisch eindringliches Gesellschaftsportrait entstanden, ein Zeitspeicher, in dem sich Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft immer wieder neu sortieren und unsere diesbezüglichen Gewissheiten irritieren.

Die Ausstellung im Ernst Barlach Museum Wedel zeigt 60 Fotografien August Sanders, die erstmals 1927 im Kölnischen Kunstverein zu sehen waren und zwei Jahre später als Sammlung unter dem Titel „Antlitz der Zeit“ herausgegeben wurden; zusammen mit etwa 40 Gemälden und Papierarbeiten der „Kölner Progressiven“. Zu Beginn der 1920er lernte Sander die „Kölner Progressiven“ kennen und fand im Kreis der Künstler wie Franz Wilhelm Seiwert, Heinrich Hoerle, Gerd Arntz, Gottfried Brockmann, Otto Freundlich, Raoul Hausmann und Stanislaw Kubicki starke Resonanz. Anfangs trafen sich die politisch und künstlerisch Gleichgesinnten zu lockeren Runden in Köln zusammen, um dann in den 1920er Jahren als Kölner Progressive ihren sozialkritischen Überzeugungen einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen. Zahlreiche Portraits der Künstler und ihrer Ateliers, in denen August Sander den intellektuellen Austausch der Gruppe festhielt, ebenso wie vielfältige Bezüge zwischen Malerei, Graphik und Fotografie verweisen auf die enge Verbindung der Künstler und ihr gemeinsames Anliegen, sich mit ihrer Kunst für eine gerechte Gesellschaft einzusetzen.

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg in enger Zusammenarbeit mit dem Kurator und Urenkel des Künstlers, Julian Sander. Für die Förderung der Ausstellung danken wir der Stadt Wedel, der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein, der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Wedel und dem Kreis Pinneberg.

 

 

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